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Die Vereinbarkeit von Freiheit mit Notwendigkeit in David Humes Enquiry concerning Human Understanding

GRIN Verlag
Publication date: January 2007
ISBN: 9783638695404
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David Hume (1711 - 1776) wurde 24 Jahre nach der Veröffentlichung von Sir Isaac Newtons 'Philosophiae Naturalis Principia Mathematica' geboren, in einer Zeit, die von den aufstrebenden Naturwissenschaften beherrscht wurde. Man hatte damit begonnen, die Vorgänge in der Natur mit Gesetzen zu beschreiben. Nach diesen Gesetzen mussten auf bestimmte Ursachen notwendig bestimmte Wirkungen folgen.

Wenn die materielle Welt streng nach Gesetzen von Ursache und Wirkung regiert wird, und wenn wir Menschen Teil dieser Welt sind, dann sind auch unsere Entscheidungen und Handlungen seit Anbeginn der Zeit vorherbe- stimmt. Anscheinend im Widerspruch dazu haben wir aber die Vorstellung, frei in unseren Handlungen zu sein, Entscheidungen nach unserem Belieben treffen und spontan andern zu können. Wir erleben uns nicht als in all unseren Bewegungen determinierte Materie, sondern als frei entscheidende und handelnde Wesen. Würde man nur sämtliche Informationen über alle materiellen Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt kennen, dann könne man, so nahmen die Naturwissenschaftler an, den Lauf der Welt bis in alle Ewigkeit exakt vorhersagen.

Es scheint, als gäbe es nun genau zwei Positionen, die man vertreten könne: Die Lehre, dass menschliches Entscheiden und Handeln vorherbestimmt sei, den so genannten Determinismus, und die Lehre, dass sie frei seien, den Indeterminismus. Seit jeher tobt ein heftiger Streit zwischen den Anhängern dieser beiden Lehren. Hume nennt die Frage, ob wir in unseren Entscheidungen frei sind, oder kausal determiniert, sogar 'the most contentious question of metaphysics, the most contentious science' Umso erstaunlicher ist Humes These, 'that all men have ever agreed in the doctrine both of necessity and of liberty, according to any reasonable sense, which can be put on these terms; and that the whole controversy has hitherto turned merely upon words'. Diese These möchte Hume im ersten Teil des achten Abschnittes seiner 'Enquiry concerning Human Understanding' belegen. Er versucht zu zeigen, dass das menschliche Handeln einerseits kausal determiniert ist, und dass wir andererseits dennoch frei sind. Damit nimmt Hume eine dritte Position zwischen Determinismus und Indeterminismus ein, die man gewöhnlich als Kompatibilismus bezeichnet. Wie der an- scheinende Widerspruch zwischen Freiheit und Notwendigkeit aufgelöst werden soll, hat Hume schon angekündigt: Indem man diesen Begriffen einen vernünftigen Sinn gibt.
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